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23.05.2019

Evolution im Magen

Der Magenkeim Helicobacter pylori ist weltweit verbreitet und genetisch sehr anpassungsfähig. LMU-Mikrobiologen haben seine Diversität innerhalb des Magens untersucht und gezeigt, dass sich Antibiotika auf die Populationsstruktur des Erregers auswirken.

Das weltweit verbreitete Bakterium Helicobacter pylori verursacht eine der häufigsten chronischen Infektionen beim Menschen. Oft verläuft die Infektion symptomlos, sie kann aber auch verschiedene Magen-Darm-Beschwerden verursachen, beispielsweise Magenschleimhautentzündungen und Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre. Etwa ein Prozent der Infizierten erkranken an Magenkrebs, H. pylori wurde von der Weltgesundheitsorganisation als Karzinogen eingestuft. Eines der Hauptmerkmale von Helicobacter pylori ist seine genetische Vielfalt und Wandelbarkeit. Wissenschaftler um den Mikrobiologen Sebastian Suerbaum, Inhaber des Lehrstuhles für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Max von Pettenkofer-Institut der LMU und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), haben nun erstmals die genetische Diversität des Bakteriums im Magen von insgesamt 16 Patienten umfassend untersucht und spezifische Anpassungen an verschiedene Regionen des Magens identifiziert. Sie konnten nachweisen, dass die Verwendung von Antibiotika die Diversität der H. pylori-Population vermindert und resistente Bakterien selektioniert - und zwar auch dann, wenn die Antibiotika nicht gegen H. pylori, sondern gegen andere Erreger eingesetzt wurden. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Communications.

Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München