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Nationales Referenzzentrum für Helicobacter pylori > Helicobacter > Bedeutung > 

Steckbrief

Helicobacter pylori ist ein Gram-negatives Stäbchenbakterium. Es infiziert bei mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung die Schleimhaut des Magens und gehört daher zu den häufigsten bakteriellen Infektionserregern überhaupt. Die Infektion wird in der Regel in der Kindheit erworben und bleibt über Jahrzehnte bestehen, wenn sie nicht aktiv behandelt wird.

Die Infektion mit H. pylori ruft immer eine Entzündungsreaktion der Magenschleimhaut hervor, die man bei einer feingeweblichen Untersuchung des Magens nachweisen kann. Sie muss aber keine Symptome verursachen, mehr als 80 % der Infizierten bleiben symptomlos. Auf dem Boden der H. pylori-Gastritis können sich jedoch Folgeerkrankungen entwickeln. Die wichtigsten Folgeerkrankungen sind:
           Magengeschwür
           Zwölffingerdarmgeschwür
           Magenkrebs (Adenokarzinom)
           Lymphome des Magens (MALT-Lymphom)

Der diagnostische Nachweis einer H. pylori-Infektion erfolgt meistens im Verlauf einer Magenspiegelung, bei der Proben (Biopsien) entnommen und auf H. pylori untersucht werden. Ebenfalls möglich ist der Nachweis einer
H. pylori-
Infektion durch einen Atemtest oder durch einen Stuhltest.

Eine Impfung gegen H. pylori steht aktuell nicht zur Verfügung.

Die Therapie erfolgt durch eine Kombination aus Antibiotika und Säuresekretionshemmern. Ziel der Therapie ist die vollständige Beseitigung der Erreger aus dem Körper des Patienten (Eradikation). Da das Infektionsrisiko von Erwachsenen in Deutschland gering ist, ist auch das Risiko, nach einer erfolgreichen Eradikationstherapie erneut eine H. pylori-Infektion zu erwerben, sehr gering (unter 1% pro Jahr).