Das Max von Pettenkofer-Institut trauert um
Prof. Dr. med. Oliver T. Keppler

Prof. Dr. med. Oliver T. Keppler (03.01.1968 – 27.01.2026)

Das Max von Pettenkofer-Institut trauert um Prof. Dr. med. Oliver T. Keppler, Vorstand des Lehrstuhls für Virologie der LMU, der am 27.01.2026 nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Professor Keppler war seit 2015 Ordinarius für Virologie der LMU München am Max von Pettenkofer-Institut und ein weltweit anerkannter Experte für medizinische Virologie. Oliver Keppler wuchs in Freiburg im Breisgau auf, besuchte das Atlantic College in Wales und studierte Medizin in Freiburg und Heidelberg. Er entdeckte schon während seines Studiums sein Interesse für die Virologie und begann seine Forscherkarriere mit einer virologischen Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die vom späteren Nobelpreisträger Harald zur Hausen und Michael Pawlita betreut wurde. Es folgten mehrere Forschungsstationen, darunter ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA im Labor von Mark Goldsmith an der University of California at San Francisco. Es folgten wissenschaftliche und ärztliche Tätigkeiten am Institut für Virologie der Universität Heidelberg, wo er sich auch habilitierte und den Facharzttitel erwarb. 2012 wurde er auf den Lehrstuhl für Virologie der Universität Frankfurt berufen. 2015 wechselte er an die LMU, wo sein Institut vom Bundesgesundheitsministerium zum nationalen Referenzzentrum für Retroviren ernannt wurde, als sichtbares Zeichen seiner Expertise. Das Keppler-Labor erforscht zentrale Mechanismen der Virus-Wirt-Interaktion bei HIV und SARS-CoV-2 sowie die Entstehung von Chemotherapie-Resistenz bei Krebs. Schwerpunkte sind HIV-induzierte Immunzerstörung und Latenz, die Entwicklung neuer antiviraler Ansätze gegen SARS-CoV-2 sowie SAMHD1-abhängige Resistenzmechanismen an der Schnittstelle von Virologie und Onkologie.

Oliver Keppler wurde für seine Leistungen mit zahlreichen wissenschaftlichen Ehrungen ausgezeichnet, so erhielt er für seinen Einsatz während der SARS-CoV-2-Pandemie 2022 den Bayerischen Verdienstorden.

Oliver Keppler war mit Leib und Seele Arzt und Virologe. Er begeisterte sich ebenso für die Grundlagenforschung und die Weiterentwicklung molekularer Methoden, wie für die moderne Diagnostik, Prophylaxe und Therapie von Viruskrankheiten aller Art. Die medizinische Anwendung experimenteller Forschungsergebnisse war für ihn immer die zentrale Mission, die er engagiert verfolgte. Sein gesamtes Team in Forschung, Diagnostik und Lehre hat er stets unterstützt und jede einzelne Person wertschätzend gefördert. Seinen zahlreichen Studierenden, Mitarbeitern und Arbeitsgruppenleitern war er ein sachkundiger, kritischer, motivierender und vor allem menschlicher Tutor und Förderer.

Oliver war ein warmherziger Mensch mit einem breiten Interesse an Wissenschaft, Kultur, Politik und Sport.

Der wichtigste Anker war für ihn immer seine Frau Elisabeth und seine beiden Söhnen David und Levin sowie seine Freunde. Skifahren, Angeln und Wandern mit der Familie waren ein wertvoller Ausgleich.  Nicht selten sind bei diesen Aktivitäten neue Ideen für die Forschung entstanden.

Seiner gesamten Familie und Freunden gilt unsere tiefe Anteilnahme. Das ganze Team des Max von Pettenkofer-Instituts mit seinen beiden Lehrstühlen für Virologie und für Medizinische Mikrobiologie trauert um einen besonderen Menschen und herausragenden Wissenschaftler. Wir werden ihn sehr vermissen.

 

Sebastian Suerbaum

Hanna-Mari Baldauf

Stephan Böhm

Maximilian Münchhoff

 

 

 

 

Bestätigt: Klinische Virologie der LMU erfüllt höchste Qualitätsansprüche

Die klinische Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München erfüllt weiterhin höchste Qualitätsstandards. Am 10. Dezember 2025 wurde das Labor wiederholt erfolgreich nach der DIN EN ISO 15189 für Medizinische Laboratoriumsdiagnostik (Untersuchungsgebiet Virologie) mit Null Abweichungen begutachtet.

Im Rahmen einer umfassenden Begehung bestätigte ein unabhängiger Prüfer der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) ein Qualitätsmanagementsystem ohne Abweichungen von den Normanforderungen in fachlicher und systemischer Hinsicht. Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert, da im Sommer 2025 ein vollständiger Standortwechsel der Diagnostik in einen eigens für diesen Zweck errichteten Neubau in Großhadern erfolgte. Der moderne Laborneubau in der Marchioninistraße integriert neueste technische und organisatorische Strukturen und schafft optimale Voraussetzungen für eine leistungsfähige, zukunftsorientierte, virologische Diagnostik.

Die erneute Akkreditierung ohne Abweichungen bestätigt den hohen Anspruch der klinischen Virologie an sich selbst sowie an die Qualität ihrer diagnostischen Leistungen – stets unter strenger Beachtung normativer und gesetzlicher Anforderungen auf international vergleichbarem Niveau.

Dass diese hohen Standards nun erneut bestätigt wurden, erfüllt das Team mit großem Stolz. Schließlich besteht die Akkreditierung der klinischen Virologie am Max von Pettenkofer-Institut bereits seit über 25 Jahren und steht damit für Kontinuität, Verlässlichkeit und exzellente Qualität in der medizinischen Diagnostik.

Weitere Informationen insbesondere zu unserer umfangreichen Spezial-Diagnostik, ärztlichen Beratung und Unterstützung bei der Abklärung unklarer Fälle sowie der Qualitätssicherung im Bereich der Diagnostik finden Sie hier:

https://www.mvp.uni-muenchen.de/diagnostik/klinische-virologie/